FC Kölns Torhüter Marvin Schwäbe verlängert seinen Vertrag? Oder wird er den Domstädtern im Sommer verlassen? Wir beleuchten die möglichen Gründe für einen Verbleib oder Abgang des 31-Jährigen. Der Vertrag des 31-Jährigen läuft im kommenden Jahr aus. Ein Abgang gegen eine Ablöse erfordert, dass sich beide Parteien noch im laufenden Transfersommer trennen müssten. Was spricht für einen Verbleib der Nummer eins im Kölner Kasten, was könnte die Verantwortlichen beim 1. FC Köln vielleicht zum Zögern bringen? Auch bei der Frage nach der Zukunft der aktuellen Nummer eins wird die Führungsetage sicherlich nichts überstürzen wollen. Neben dem unbestreitbaren emotionalen Stellenwert des Keepers, der innerhalb der Mannschaft und unter den Anhängern besondere Anerkennung genießt, wird man die Saison des Torhüters auch nüchtern in Zahlen betrachten. Dabei müssen sich die Entscheidungsträger auch mit unbequemen Wahrheiten auseinandersetzen. Mit einer Save-Rate von lediglich 60,4 Prozent zählt der 31-jährige Schwäbe nämlich zu den schwächsten Torhütern der Liga. Klar ist, dass diese Kennzahl alleinstehend mit Vorsicht zu genießen ist. Sie berücksichtigt weder Schwierigkeit der einzelnen Schüsse noch die Qualität der Chancen. Für eine fundierte Bewertung muss die Save-Rate daher im Zusammenhang mit weiteren Daten, etwa den erwarteten Gegentoren (xG), betrachtet werden. Dann wird klar: Mit Schwäbe zwischen den Pfosten kassierten die Kölner rund acht Treffer mehr, als es der Chancenqualität der Gegner entsprochen hätte. Zusätzlich musste Köln 63 Gegentore hinnehmen, obwohl der erwartete Wert bei 55,48 lag. Ein Fakt, der bei Vertragsverhandlungen definitiv eine Rolle spielen könnte. Dennoch dürfte man am Geißbockheim nicht in Verlegenheit geraten, von einem Torhüterproblem zu sprechen. Denn es gelang Schwäbe in der jüngsten Saison, sein Spiel insbesondere in einer Hinsicht auf ein neues Level zu heben. Er gehört im Spielaufbau zur Ligaspitze. Mit einer Progressive-Pass-Quote von 82,3 Prozent und 1 036 gespielten Pässen erzielte er die drittbeste Leistung aller Bundesliga-Torhüter. Für einen modernen Fußball, in dem der Torhüter als erster Spieleröffner verstanden wird, ist das ein bedeutender Wert. Hinzu kommt, dass der gebürtige Darmstädter auf der Linie und im Eins-gegen-Eins zu den besten Torhütern der Liga gehört und seiner Mannschaft bekanntlich mit spektakulären Paraden mehrfach überlebenswichtige Punkte gesichert hat. Auftritte wie beim 1:1 gegen St. Pauli, als er im Eins-gegen-Eins mit Paulis Andreas Hountondji den Ball herausragend mit dem Fuß parierte, haben Eindruck geschunden. Auf Kesslers langer To-do-Liste muss Marvin Schwäbe definitiv eine wichtige Rolle spielen.