Der 1. FC Köln hat für seine Transferaktivitäten im Sommer 2026 die Gesamtnote 8 von 10 erhalten. Das geht aus einer Analyse von 90min.de hervor, die den Kaderaufbau nach dem Klassenerhalt bewertet.

Die größte positive Nachricht war der Verbleib des Offensivstars Said El Mala, der nicht zum BVB wechselte. Sportgeschäftsführer Thomas Kessler komplettierte den Kader erst in den letzten Augusttagen mit wichtigen Neuzugängen. Dazu gehörten die Rückholaktion von Ellyes Skhiri von der Eintracht Frankfurt sowie die Leihen von Stürmer Thijs Dallinga, Linksverteidiger Borna Sosa und dem Offensivtalent Mikey Moore.

Wie wurde der Kader verbessert?

Der 1. FC Köln hat gezielt an seinen Problemstellen gearbeitet. Nach dem Abgang von Kristoffer Lund war die linke Abwehrseite lange unbesetzt. Mit der Verpflichtung von Gideon Mensah aus Auxerre und der Leihe von Borna Sosa wurde diese Lücke geschlossen. Im Innenverteidiger-Duo stellt Linksfuß Luka Lochoshvili vom 1. FC Nürnberg ein deutliches Upgrade gegenüber Cenk Özkacar dar.

Weiter vorne sollen die jungen Talente Reigan Heskey von Manchester City und Paul Okon-Engstler vom Sydney FC für frischen Wind sorgen. Die festen Verpflichtungen der ehemaligen Leihspieler Tom Krauß und Jahmai Simpson-Pusey brachten bereits bekannte Qualität zurück. Laut dem Portal transfermarkt.de beliefen sich die Gesamtausgaben des Effzeh in diesem Fenster auf über 25 Millionen Euro.

Welche Spieler haben den Verein verlassen?

Der bedeutendste Abgang war der Verkauf von Jakub Kaminski an Benfica Lissabon, der dem Verein ein Transferplus von 11,5 Millionen Euro einbrachte. Der ablösefreie Wechsel von Eric Martel zu Mainz 05 wird als ärgerlich, aber verkraftbar eingeschätzt. Besonders schwer wiegt das Karriereende von Florian Kainz, der über Jahre eine Führungsfigur in der Kabine war.

Andere Abgänge wie Denis Huseinbasic, Dominique Heintz oder Rasmus Carstensen hatten laut der Analyse keine aussichtsreiche Perspektive mehr im Kölner Kader. Mehrere junge Talente wie Julian Pauli und Youssoupha Niang wurden verliehen, um Spielpraxis zu sammeln. Die aktuelle Kaderübersicht mit allen Abgängen und Zugängen findet sich auf unserer squad Seite.

Wie wirtschaftlich war die Transferphase?

Trotz des Kaminski-Verkaufs schließt der 1. FC Köln das Sommerfenster mit einem Transferminus ab. Den Ausgaben von über 25 Millionen Euro stehen Einnahmen von etwa 18 Millionen Euro gegenüber. Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler ging damit ein finanzielles Risiko ein, das den Druck auf die Mannschaft erhöht.

Ein Abstieg könnte laut 90min.de finanziell kritisch werden, weil dann für einen Spieler wie Said El Mala wohl keine 50 Millionen Euro mehr erzielt werden könnten. Der mutige Verbleib des Offensivjuwels war somit auch eine finanzielle Wette auf den sportlichen Erfolg. Die kommenden Bundesliga-Spiele, die über diesen Erfolg entscheiden, sind in unserem fixtures Kalender aufgeführt.

Welche Erwartungen gibt es an die Neuen?

Die späten Verpflichtungen werden wahrscheinlich etwas Eingewöhnungszeit benötigen. Thijs Dallinga hat jedoch mit seinem Doppelpack im Testspiel gegen Hoffenheim bereits gezeigt, wie schnell der Impact kommen kann. Auf der Doppelsechs bleibt abzuwarten, ob Ellyes Skhiri nach drei schwächeren Jahren in Frankfurt an seine alte Form anknüpfen kann. Seine Verpflichtung für 1,6 Millionen Euro Ablöse gilt als das riskanteste Geschäft des Sommers.

Die Verantwortlichen um Sportchef Kessler brauchten länger als im Vorjahr, bis der Kader stand. Am Ende verfügt der Effzeh nun über einen breiten, aber nicht überfüllten Kader mit 25 Spielern. Einen sicheren Stammplatz haben aktuell wohl nur Torhüter Marvin Schwäbe, Said El Mala und Luka Lochoshvili. Die nächste Gelegenheit, die neue Mannschaft in Aktion zu sehen, ist das Bundesliga-Heimspiel gegen den VfB Stuttgart am 13. September 2026.