Thomas Kesslers Handy-Ritual
FC-Sport-Boss Thomas Kessler (40) hat ein Handy-Ritual. Jeden Abend ab 22 Uhr wird auf seinem iPhone ein Filter aktiviert, der dafür sorgt, dass ihn nur noch seine Frau Melanie, seine Mutter und seine Schwiegermutter anrufen können. Achteinhalb Stunden kann der ehemalige Torwart dann komplett abschalten vom schwersten Transfer-Sommer in seiner noch jungen Karriere als Funktionsträger. Ab 6.30 Uhr ist er dann wieder erreichbar für alle.
Der Transfer-Sommer von FC Köln
Seine Planungen für die neue Saison sind nicht nur zeitintensiv, sondern vor allem riskant! Vor allem der irre Poker um Saïd El Mala (19) hat Kessler in Atem gehalten. Am Ende scheiterte der Transfer zum BVB u. a. daran, dass Dortmund die von Köln geforderte Fixablöse von 50 Mio. Euro nicht zahlen wollte. Dass El Mala nun bleibt, galt eigentlich als sicher. Aber jetzt macht Leipzig Ernst.
Die Sechser-Position
Fakt: Das wochenlange Hin und Her, erst mit englischen Klubs (Brighton, Brentford), dann mit dem BVB, blockierte und verzögerte viele Transfers. Das setzte Kessler unter Druck. Weil er nicht wusste, mit wie viel Geld er auf Einkaufstour gehen kann, blieben viele Verpflichtungen lange auf der Strecke. Vor allem auf der wichtigsten Position im defensiven Mittelfeld. Die Sechser-Position, beim FC intern als Königstransfer ausgerufen, sollte schon seit Wochen mit einem Top-Mann mit Führungsqualitäten besetzt sein. Kandidaten gab’s genug (Skhiri/Frankfurt, Álvarez/West Ham, Khedira/Union, Souza/Wolfsburg).
Der neue Angreifer
Immerhin: Mit Thijs Dallinga (26/aus Bologna) hat der FC endlich einen neuen Angreifer gefunden, der Ragnar Ache (28) Konkurrenz machen will. Der Holländer soll in diesen Tagen ins Training einsteigen. Unabhängig vom El-Mala-Poker plant Kessler vorwiegend mit jungen Spielern (u. a. Reigan Heskey/18, Mikey Moore/19). Das Risiko: Der Mannschaft fehlt es an Erfahrung und Hierarchie. Bis die noch fehlenden Neuzugänge alle da und eingespielt sind, wird es dauern. Das könnte in der ersten Saisonphase zu Problemen führen.
Mutige Trainer-Entscheidung
Volles Risiko geht Kessler auch auf der Trainer-Position. Nach seinem Fehlgriff mit Lukas Kwasniok (45) vertraut er weiter auf René Wagner (38). Der hatte im Saisonfinale übernommen und eine Zitterrettung hingelegt. Seine Bilanz war bescheiden: sechs Punkte aus sieben Spielen. Vor allem das letzte Heimspiel (1:3 gegen Heidenheim) und das Liga-Finale (1:5 in München) sind den Fans in Erinnerung geblieben. Trotzdem hält Kessler an Wagner fest. Er sieht in ihm ein großes Trainer-Talent. Die beiden Härte-Tests in Paderborn gingen schon mal in die Hose (2:3, 3:4).
Letzte Partie
Zuletzt verlor FC Köln mit 5:1 gegen Bayern München (2026-05-16). Die Mannschaft steht derzeit auf dem 12. Platz in der Bundesliga-Tabelle. Die letzten vier Spiele endeten mit vier Niederlagen (LLLL).
