Der 1. FC Köln hat einen gemischten Saisonstart mit einem Sieg und einer Niederlage hingelegt, was Fragen zur wahren Stärke des Teams aufwirft. Nach einem 3:2-Erfolg gegen Hoffenheim folgte eine deutliche 1:4-Heimniederlage gegen den VfB Stuttgart, wie Bild berichtete.
Wie steht die Defensive nach den ersten Spielen?
Die Abwehrreihe hat in den ersten beiden Partien sechs Gegentore kassiert. Das setzt eine negative Entwicklung aus der Vorsaison fort, in der Köln mit 63 Gegentreffern die viertschlechteste Defensive der Liga stellte. Der neue Innenverteidiger Luka Lochoshvili, 28, war beim Debakel gegen Stuttgart direkt involviert und trug Mitverantwortung für zwei Gegentore. Sein Kollege Gideon Mensah, ebenfalls 28 und als Linksverteidiger verpflichtet, steht bereits unter Druck. Der neue Linksaußen Borna Sosa, 28, erhöht den Konkurrenzdruck auf Mensah vor dem Heimspiel gegen Werder Bremen am 12. September. Sollten die Fehler in der Defensive anhalten, könnte auch der 22-jährige Neuzugang Rav van den Berg, eine Ablöse von acht Millionen Euro wert, seine erste Chance erhalten.
Wer fehlt im Angriff gegen Bremen?
Die Offensive muss auf wichtige Stützen verzichten. Der Norweger Sebastian Sebulonsen, 26, war in der vergangenen Spielzeit ein Leistungsträger, fällt jedoch mit einem Oberschenkelfaserriss aus. Eine Rückkehr wird erst nach der Länderspielpause, frühestens zum Derby gegen Gladbach am 10. Oktober, erwartet. Auch der zweifache Torschütze vom ersten Spieltag, Thijs Dallinga, war zuletzt von Magen-Darm-Problemen geplagt. Dennoch wird der 26-Jährige voraussichtlich gegen Bremen von Beginn an spielen. Weitere Ausfälle laut aktuellem Verletztenstatus sind Timo Hübers und der junge Flügelspieler Said El Mala, 20, der eigentlich auf seiner Position hätte einspringen sollen. Die Verletztenliste ist auf unserer injuries-Seite einsehbar.
Welche Neuzugänge können den Unterschied machen?
Neben den defensiven Verstärkungen hat der FC Köln auch im offensiven Mittelfeld nachgelegt. Der 19-jährige Mikey Moore machte nach seiner Einwechslung gegen Stuttgart einen guten Eindruck. Eine zentrale Rolle soll Ellyes Skhiri einnehmen. Der 31-jährige Tunesier brachte nach seiner Einwechslung in der zweiten Hälfte gegen Stuttgart mehr Stabilität und wird voraussichtlich Stammkraft werden. Im rechten Mittelfeld ist weiterhin Alessio Castro-Montes, 29, gesetzt. Im Sturm stehen neben Dallinga auch Linton Maina, Jan Thielmann und Ragnar Ache zur Verfügung. Die komplette Kaderübersicht findet sich im squad-Bereich.
Was sagt die Vereinsführung zur Lage?
Sportdirektor Thomas Kessler, 40, sieht trotz der schwankenden Leistungen keinen Grund für übertriebene Zweifel. "Es gibt keinen Anlass dafür, irgendetwas so dermaßen infrage zu stellen", sagte Kessler. Seine Aussage unterstreicht den Willen, der Mannschaft Zeit zur Entwicklung zu geben. Die nächste Gelegenheit, sich zu stabilisieren, bietet das Heimspiel gegen Werder Bremen. Dieses Duell ist der nächste Termin im fixtures-Kalender des Clubs.
