FC Köln-Trainer René Wagner hat nach den jüngsten Defensivproblemen personelle Konsequenzen für die Abwehr angekündigt. Vor dem Heimspiel gegen Werder Bremen am Samstag steht eine schwere Personalentscheidung an, die der 38-Jährige als die bislang schwierigste in seiner Zeit beim Klub bezeichnet.
Er sagte, die anstehende Entscheidung werde die schwerste seiner Amtszeit sein. Es werde nicht einfach und es werde definitiv enttäuschte Gesichter geben. Der Hintergrund ist die deutliche Niederlage beim VfB Stuttgart am vergangenen Mittwoch. In den ersten beiden Bundesligaspielen dieser Saison kassierte die Kölner Abwehr bereits sechs Gegentore.
Individuelle Fehler als Hauptproblem
Wagner sieht die Gründe für die Schwäche nicht in taktischen Systemfehlern, sondern in mangelnder Konzentration der Einzelspieler. Der Coach analysierte, man müsse in solchen Spielen konsequenter verteidigen. Das habe man in Stuttgart nicht getan, weil man in Situationen nicht aufmerksam genug gewesen sei. Das seien individuelle und keine strukturellen Themen gewesen. Die Niederlage in Stuttgart unterbrach eine positive Serie, denn davor standen drei Siege und ein Unentschieden in den letzten vier Pflichtspielen zu Buche. Die komplette Statistik der letzten Begegnungen zeigt diesen gemischten Verlauf.
Die Defensivschwäche ist kein neues Phänomen. In der vergangenen Bundesliga-Saison kassierte der 1. FC Köln viele Gegentore und war damit eine der schlechtesten Abwehren der Liga. Das letzte Spiel ohne Gegentor liegt bereits mehrere Monate zurück. Um die Probleme zu beheben, hatte der Klub in der Sommerpause mit Gideon Mensah und Luka Lochoshvili zwei erfahrene Defensivspieler verpflichtet.
Personallage vor Bremen-Spiel
Die Personalentscheidung wird durch Verletzungen erschwert. Laut dem aktuellen Verletztenstatus fehlt unter anderem Sebastian Sebulonsen. Der Offensivspieler ist ebenso wie Innenverteidiger Timo Hübers derzeit nicht einsatzbereit. Wagner muss also aus der verbliebenen Mannschaft die richtige Mischung für das wichtige Heimspiel im RheinEnergieSTADION finden. Ein Blick auf den gesamten Kader zeigt die verfügbaren Optionen.
Trotz der Rückschläge blickt Wagner mit einer positiven Grundstimmung auf die anstehenden Aufgaben. Die Mannschaft zeigte in den Vorbereitungsspielen und im Auftakt gegen Hoffenheim durchaus gute Ansätze. Nun gilt es, die Fehler der letzten Wochen abzustellen und vor der eigenen Kulisse gegen den Nordrivalen die Trendwende zu schaffen. Das Spiel gegen Bremen ist die letzte Gelegenheit vor der Länderspielpause, Punkte zu holen. Danach geht es am 19. September zum Auswärtsspiel beim Hamburger SV, wie der Spielplan ausweist.
